Rover P6 - Der Beginn einer Leidenschaft

(Bitte lesen Sie auch meinen Artikel "Ein kurzer Blick zurück" !)

Es war im Jahr 1968, als ich als damals 12-jähriger autobegeisterter Junge den ersten Rover P6 in meinem jungen Leben in natura sah. Der Chef meiner Mutter fuhr einen weißen 2000 TC und diesen Rover sah ich des öfteren auf meinem Schulweg. Irgendwie war ich vom Äußeren des Autos beeindruckt. Ich begann, mich mit dem P6 näher zu beschäftigen, suchte in Autozeitungen nach Berichten und ließ mir Prospekte von Händlern schicken (trotz meines damaligen Alters kein Problem). Je mehr ich über den Rover P6 las, desto größer wurde meine Begeisterung.

1969 war es dann soweit. Der anfangs erwähnte 2000 TC wurde verkauft (nach einem kapitalem Motorschaden wegen schlampiger Werkstattarbeit, u.a. Einbau falscher Zündkerzen) und dafür kam ER: ein 3500 V8 in „brigade red" (siehe Foto und Heritage Zertifikat), ausgestattet mit Rostyle-Felgen, Holzimitat-Lenkrad und Drehzahlmesser. Als ich diesen Rover P6 sah, habe ich mich spontan in ihn verliebt. Das Traumauto schlechthin!

Vom Besitzer wurde ich zu einer Spazierfahrt eingeladen. Ein unvergessliches Erlebnis! Ich erinnere mich genau daran, wie mir nach Öffnen der Tür dieser betörende Ledergeruch entgegenschlug. Mein „Chauffeur" startete den V8-Motor - und augenblicklich schlug mein Herz schneller. Was für ein Sound! Nie zuvor hatte ich ein derartiges Motorgeräusch gehört (bis dahin kannte ich nur Autos wie den DKW F 102 bzw. Audi 72 meines Großvaters oder den VW Käfer meiner Mutter - kein Vergleich also zu einem V8). Die anschließende Fahrt ging viel zu schnell zu Ende, ich hätte stundenlang mit diesem Rover durch die Gegend fahren mögen. Die Sanftheit, die Geschmeidigkeit, das mühelose Dahingleiten, untermalt von diesem phantastischen Motorgrummeln - all das zog mich in seinen Bann.

Seit diesem Tag bin ich dem Rover P6 „verfallen". In der darauf folgenden Zeit hatte ich mehrmals die Gelegenheit, weitere Fahrten in meinem Traumauto zu erleben. Auch mit seinem Nachfolger, einem fabrikneuen P6 3500 S in „davos white" (siehe Foto), genoss ich einige Ausflüge, u.a. eine sehr schnelle Autobahnfahrt zur IAA nach Frankfurt.

Ich suchte nach weiteren Informationsquellen und Berichten, besorgte mir Adressen - auch aus dem Ausland - und hatte einen intensiven Briefverkehr mit dem Rover-Werk in Solihull und dem damaligen Importeur Brüggemann in der Düsseldorfer Harffstraße. Bei vielen Autozeitungen in Europa und Übersee fragte ich nach Test- und anderen Berichten und konnte so im Laufe der Zeit etliche P6-Unterlagen zusammentragen.

Als ich 1985 von der Existenz des englischen "P6 Rover Owners Club" hörte, bin ich sofort Mitglied geworden. Die kontinuierliche Clubmitgliedschaft bis zum Jahr 2009 (und auch das Internet) hat die Kontaktaufnahme zu vielen Besitzern und Enthusiasten auf der ganzen Welt ermöglicht und die freundlicherweise zur Verfügung gestellten Fotos füllen mehrere Alben - und viele Seiten in der Webgalerie.

Mein größtes Interesse gilt heute dem Sammeln von Fahrzeugdaten, alten Unterlagen (Kfz-Briefe/Kopie, Rechnungen, Prospekte, Literatur etc.) sowie Informationen zur Vorgeschichte des jeweiligen P6 (auch von verkauften, stillgelegten oder verschrotteten Fahrzeugen). Über 13.000 Exemplare habe ich mittlerweile in meine Datenbank aufnehmen können.

In seiner Heimat ist der Rover P6 zum „klassischen Automobil" geworden und es tut gut zu wissen, dass sehr viel für den Erhalt der noch verbliebenen Fahrzeuge getan wird. Heutzutage ist es für mich immer wieder faszinierend, zum Teil ungewöhnliche Rover P6 kennen zu lernen. Ebenso bin ich immer wieder erstaunt über den unglaublich guten Zustand vieler P6. Und dass selbst im fernen Australien und Neuseeland P6-Fahrzeuge „gehegt und gepflegt" werden, das spricht doch FÜR den Rover und die Faszination, die von ihm ausgeht. Das Schöne ist: auch hier in Deutschland wächst das Interesse am Rover.

Rover P6 - was für ein Auto!